Das französische Klassifizierungssystem

Beruht auf der qualitativen Einteilung der Weinflächen. Dabei stützt sich das Weingesetz auf langjährige Erfahrungen, wie sich welche Reben aus welcher Lage entwickeln werden. Die tatsächliche Qualität wird nicht jedes Jahr beurteilt. Weintrinker sind daher gezwungen, die jeweiligen Jahrgangsschwankungen genau zu beobachten.

Die Klassifizierungen der französischen Rebflächen nach der Qualität der zu erwartenden Weine bringt folgende Einteilung mit sich:

Vin de Table


Dabei handelt es sich oft um Verschnitte verschiedener Jahrgänge, Regionen und Traubensorten. Immerhin 1/3 der gesamten Weinernte entfällt in Frankreich auf die unterste Qualitätsstufe und wird meist von den Franzosen selbst getrunken, die es auf stolze 80 Liter pro Kopf bringen.

Vin de Pays

Der Landwein macht ca. 20% der Ernte aus. Vin de Pays sind bezüglich ihrer Herkunft in drei Kategorien geteilt:

  • Vin de Pays du Jardin de la France stammt aus der nördlichsten Region, dem Loiretal
  • Vin de Pays des Comtés Rhodasian aus der Rhône Gegend
  • Vin de Pays de Comté Tolosan im Südwesten Frankreichs

Eine höhere Stufe der Vin de Pays stellen die 39 Gewächse dar, die unter dem Zusatz des Départements etikettiert werden, wie der Vin de Pays de l´Hérault, oder der Vin de Pays de Bouches-du-Rhône. Die Herkunftsbezeichnungen sind hier viel enger gefasst. So kann der Weinfreund wesentlich gezielter einen Tropfen nach seinem Geschmack auswählen.

Es gibt ungefähr 100 Vin de Pays de Zone, deren Herkunftsbezeichnung von genauer ist, als eben erwähnt. Sie stehen oft kurz vor dem Sprung zu den Qualitätsweinen und passen ideal zur heimischen Küche. Die Vin de Pays aus Frankreich sind daher nicht mit den Landweinen anderer Länder vergleichbar und übertreffen diese bei weitem!

Vin Délimité de Qualité supérieure (VDQS)

Bildet die unterste Stufe der Qualitätsweine. Es gelten strenge gesetzliche Vorschriften. So müssen die Anbaugebiete genau umrissen sein, es dürfen nur genau festgelegte Sorten angebaut werden, selbst die Methode der Weingewinnung wird geregelt. Die Höchsterträge sind begrenzt und werden von staatlicher Seite streng kontrolliert.

Die Bedeutung der VDQS Weine schwindet, da die Winzer die nächsthöhere Stufe anstreben.

Die Apellation (D´Origine) Contrôlée (AC/AOC)

Ist die höchste Qualitätsstufe. Die gesetzlichen Bestimmungen sind noch schärfer, die Kontrolle noch lückenloser.

Das Pariser Institut National des Appellations d´Origine des Vins et Eaux-de-Vie (INAO) legt nicht nur die geografischen Grenzen jeder Apellation fest, sondern wacht auch über die Einhaltung. Sie legt fest: Was darf wann wo angebaut werden, den Rebschnitt, die Anzahl der Stöcke pro Hektar, die Methoden der Herstellung, wie viel Beeren die Winzer pro Hektar erzeugen dürfen und wie hoch der Zuckergehalt der Beeren mindestens sein muss. Die maximalen Hektarerträge liegen bei AC-Weinen im Durchschnitt bei 40 Hektoliter pro Hektar.

Das System der Appellationen

Die niedrigste Stufe umfast Apellationen, die sich auf ganze Anbauregionen erstrecken. Ein beispielsweise als Bordeaux, Bourgogne oder Côtes du Rhône etikettierte Wein hinsichtlich seiner genauen Herkunft eher unbestimmt. Es können sogar Weine aus verschiedenen Gegenden verschnitten werden. Deshalb sind die meisten größeren Anbaugebiete noch einmal in kleinere Appellationen unterteilt. Weine der Appellationen Haut-Médoc oder Saint-Emillion sind fast immer höherwertiger als einfache Bordeaux-Weine. Die Bezeichnungen der Appellationen gehen aber noch weiter. So gehen Côtes-du-Rhône-Villages qualitativ über die Côtes-du-Rhône Weine. Viele dieser differenzierten Appellationen enthalten wiederum eine ganze Reihe von weiteren Appellationen. Es handelt sich dann in aller Regel um hervorragende Weinbauorte, die ihre Weine unter ihrem eigenen Ortsnamen auf den Markt bringen dürfen. Dazu gehören unter anderem die Orte Pauillac, Saint-Julien und Margaux innerhalb des Haut-Médoc. Übertroffen werden diese Weine nur noch von den berühmten Crus.

Das System der Crus Klassifizierungen

Dabei handelt es sich um Gewächse, die der französische Gesetzgeber über alle andere Weine stellt. Sie begründeten den Weltruf des Weinbaulandes Frankreichs und sind immer noch weltweit Maß aller Dinge. Die Nachfrage nach diesen Spitzenerzeugnissen ist so groß, dass mittlerweile 70% der als Crus qualifizierten Weine exportiert werden.

Im Burgund sind die Crus unterteilt in Grand Cru und Premier Cru. Beide bezeichnen festgelegte Ariale innerhalb der Gemeindeflächen. Damit handelt es sich also um echte, wenn auch winzige Appellationen. Im Bordeaux hingegen erstreckt sich die Cru Klassifikation auf einzelne Weingüter und den dazugehörenden Wein. Die Crus von Bordeaux stellen also im Gegensatz zu den anderen Crus Frankreichs keine eigene Appellation dar. Auch ein Premier Cru Classé wie Château Latour kommt unter der Gemeinde-Appellation Pauillac auf den Markt.

Die Crus der Champagne sind weniger bekannt, da die berühmten Schaumweine fast ausschließlich Markenprodukte sind.