Das spanische Weingesetz

Gemäß des Europäischen Weinbaugesetzes stellt auch in Spanien der Tafelwein, der Vino de Mesa die unterste Qualitätsstufe dar. Große Mengen einfacher Weine aus Zentralspanien und von der Mittelmeerküste fallen in diese Kategorie. Auch hier gibt es das Phänomen, dass einige hervorragende Gewächse als Tafelweine eingestuft werden, nur weil sie außerhalb anerkannter Weinbaugebiete entstehen.

Vino de la Tierra

Über den einfachen Tafelwein hin rangiert der Vino de la Tierra. Er entspricht dem Landwein.

DO und DOC

Die zweithöchste geographische Qualitätsstufe spanischer Weine nimmt der Qualitätswein mit kontrollierter Herkunftsbezeichnung Denominación de Origen (DO) ein. Laut spanischem Weingesetz besitzt jedes Gebiet ein eigenes Kontrollgremium. Dieser Consejo Rejulador kontrolliert die Einhaltung der zulässigen Hektarerträge und den Anbau der zugelassenen Rebsorten. Über dem DO steht der DOC Denominación de Origen Calificada. Diese Kategorie wurde 1991 eingeführt und bisher nur an den Rioja vergeben.

Die Bedeutung der Kellerbehandlung

In Spanien sind alte, reife und abgelagerte Weine besonders beliebt. Dies gilt nicht nur für Qualitätsweine, auch einfache Land- und Tafelweine werden vor dem Verbrauch nicht selten längere Zeit gelagert.

Sin Crianza: Die Vinos Jovenes

Die niedrigste Stufe der Kellerbehandlung besteht darin, die Weine nach der Gärung nicht in Barricas zu lagern, sondern sie bereits im Frühjahr nach der Lese in Flaschen abzufüllen. Sie werden als Sin Crianza (ohne Ausbau) oder Vinos jovenes (junge Weine) bezeichnet. Sie können sehr fruchtig und hervorragend sein und sollten jung getrunken werden.

Vino De Crianza

Die Vinos de Crianza müssen mindestens zwei Jahre gelagert worden sein. Für Rotweine ist ein Jahr im Eichenfass vorgeschrieben, für Weiß- und Roséweine ein halbes Jahr. In der Realität werden diese Vorgaben von den besseren Erzeugern weit überschnitten. Was die eine Bodega als Vino die Crianza verkauft, wäre bei einem Konkurrenten möglicherweise bereits eine Reserva. Im allgemeinen sind Crianza-Weine bereits trinkfertig, wenn sie auf den Markt kommen.

Reserva

Für die Einstufung als Reserva müssen Rotweine mindestens drei Jahre gelagert worden sein, davon ein Jahr im Holzfass. Die seltenen weißen und roséfarbenden Reservas werden zwei Jahre ausgebaut, davon ein halbes Jahr im Fass. In der Realität werden diese Vorgaben von den Spitzenerzeugern oft weit überschritten, auch wenn heute ein Trend zur verkürzten Fasslagerung feststellbar ist. Diese besten Reservas können in der Flasche noch lange weiterreifen.

Cran Reserva

Die Spitze der spanischen Weinbaukunst stellt der Cran Reserva dar. Rotweine müssen zur Erlangung dieses bewerten Prädikats mindestens 5 Jahre lang gelagert worden sein, davon 2 Jahre in der Barrica. Weiß- und Roséweine brauchen für diese Einstufung eine Lagerzeit von 4 Jahren, davon ein halbes Jahr im Holzfass. Allerdings gibt es heute kaum noch weiße und roséfarbene Gran Reservas. Besonders traditionsverbundene Erzeuger lassen ihre besten Weine oftmals Jahrzehnte reifen, bevor sie auf den Markt gelangen. Gran Reservas aus den besten Anbaugebieten und aus guten Jahrfängen sind nahezu unsterblich. Ausnahmeweine sind sogar nach fünfzig Jahren noch ein Genuss.