Rebsorten

Alle Reben gehören zu einer bestimmten der 14 Pflanzengattungen der Viticaea (dazu gehören über 700 Spezies) und zwar der Vitis (es gibt ca. 60 Spezies). Ihnen ist gemeinsam, dass es sich um eine schnellwachsende Kletterpflanze ohne einen eigenen Stamm handelt. Ihre Ranken sitzen jedoch nicht an den Blättern (wie bei anderen Kletterpflanzen) sondern an den Sprossen. Die meisten Vitis Pflanzen kommen in Nordamerika und Asien vor.

Für den Weinbau bedeutend ist:

Vitis Vinifera (die Weinbringende)

1735 erstmals beschrieben von Linné. Die Urform Vitis Vinifera Silvestris kommt aus dem kaukasischen Raum und wurde von den Hochkulturen des Orients und des östlichen Mittelmeerraums domestiziert. Wurde erst von den Phöniziern, dann von den Griechen nach Westeuropa gebracht und dann von den Römern in ganz Europa verbreitet, sofern klimatisch möglich. Durch die Domestikation hat sich die Traube auch physiognomisch stark verändert. Dies betrifft besonders die Kerne, deren Anteil von 80% des Traubenguts auf 10% reduziert worden. Durch Züchtung, Mutation, Selektion und natürliche Anpassung im Laufe der Jahrtausende rund 10.000 verschiedene stabile Ausformungen der Vitis Vinifera entstanden, die Rebsorten.

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Vitis Labrusca

Sie konnte die Bissstellen der Reblaus schnell vernarben und nahm deshalb keinen Schaden. Allerdings entsprach der Wein der Vitis Labrusca überhaupt nicht der gewohnten Qualität der Vitis Vinifera, weshalb schnell an Hybridreben geforscht wurde. "Erlösung" brachte erst das Pfropfen, jedoch ist die Reblaus nach wie vor der größte Feind des Weinbaus!

Klonenselektion

ist die wichtigste Methode zur Steigerung der Weinqualität. Die Klone (Stecklinge) von besonders guten und gesunden Mutterreben werden bewurzelt (bei Unterlagsreben) oder als Edelreiser auf die Unterlagsreben aufgepfropft.

Der Riesling

Ist die mit Abstand bedeutendste Rebe Deutschlands. Groß geworden ist diese Rebe vor allem durch ihr perfektes Süße- Säurespiel und durch den unglaublichen Facettenreichtum, den der Riesling entwickeln kann ohne seine Wiedererkennbarkeit zu verlieren. Je nach Herkunft entwickelt er entweder eine vornehm filigrane Struktur oder kraftvolle Würze. Selbst süße Rieslingweine verfügen über eine kräftiges Säuregerüst, das ihnen eine gute Alterungsfähigkeit verleiht. Edelsüße Weine aus der Rieslingrebe wie Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen gehören zum Köstlichsten, was man aus Weintrauben überhaupt machen kann. Dabei sind diese Weine fast unbegrenzt haltbar.

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Müller-Thurgau

Es handelt sich um die erfolgreichste der vielen deutschen Neuzüchtungen. Ziel war es, eine Rebe zu züchten, die ertragssicherer ist, als der Riesling. Gelungen ist dies Professor Hermann Müller aus dem schweizerischen Thurgau 1882 an der Lehr- und Forschungsanstalt Geisheim. Es handelt sich beim MT um eine Kreuzung zwischen Riesling und dem badischen Gutedel (in Frankreich und der Schweiz als Chasselas bekannt). Lange Zeit dachte man, der MT ist eine Kreuzung zwischen Riesling und Grüner Silvaner. Nachzüchtungen gelangen nie. Erst die moderne Genetik konnte entschlüsseln, dass dies ein Irrtum war.

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Grüner Silvaner

Die Herkunft dieser Rebe ist noch nicht zweifelsfrei geklärt. Vermutlich stammt er von Wildreben aus dem Donaugebiet, also aus den Anbaugebieten des ehemaligen Habsburgerreiches. Möglicherweise - dafür spricht auch der Name - aber auch aus dem rumänischen Transsilvanien, also Siebenbürgen. 1659 gelangte die Rebe über Österreich nach Franken in den Ort Castell und verbreitete sich rasch entlang des Rheins.

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Grauer Burgunder

Die Herkunft dieser Mutation des Blauen Spätburgunders liegt im Dunkel der Geschichte verborgen. Vermutlich stammt diese Rebe aus dem Burgund, wo sie heute noch als Pinot Beurot zur Rotweingewinnung zugelassen ist.

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Chardonnay

Diese Rebe ist nach dem Weinort Chardonnay im Burgund benannt. Unklar ist von wo der Wein stammt und unklar ist, aus welchen Reben er entstanden ist. Vermutet wird, dass es sich ebenfalls um eine Mutation des Pinot Noir handelt (ebenso wie Pinot Gris und Pinot Bianco). Vielerorts wurde der Ch deshalb Pinot Chardonnay genannt, in manchen Orten sogar noch bis in die jüngste Vergangenheit hinein. Andere Theorien suchen den Ursprung in Vorderasien, zumal er im Libanon und Israel schon lange bekannt ist.

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Blauer Spätburgunder

Der BS ist der deutsche Name für den Pinot Noir, einer der edelsten Rotweinsorten der Welt. In Österreich und Südtirol nennt man ihn Blauburgunder, in Italien (hauptsächlich im Norden den Landes - Trentino, Lombardei und Venetien) heißt er Pinot Nero.

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Blauer Portugieser

Der BP ist eine sehr alte Rebsorte, die vermutlich aus Österreich stammt, so sie seit dem 18. Jhdt. aktenkundig ist. Von dort kam sie nach Deutschland, wo sie sich schnell ausbreitete und andere alte Rebsorten aus dem Weinberg verdrängte.

Gamay

Der Gamay gilt zurecht als die schnellste Rebsorte der Welt. Sie treibt früh aus, was gerade im Beaujolais große Probleme bereiten kann, auch wenn die Gefahr von Spätfrösten hier nicht mehr so groß wie in der weiter nördlich gelegenen Côtes d`Or. Wenn man ihn nicht daran hindert, trägt der Gamay reichlich Frucht.

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Trollinger

Genauer gesagt handelt es sich beim Trollinger um eine der drei Variationen einer Rebe, die allgemein als Vernatsch, bzw. Schiava ( in Südtirol, bzw. Trentino) angebaut wird. Der Trollinger ist also ein Großvernatsch ( Schiava großo), der den Freunden der Tafeltraube auch als Black Hamburg bekannt sein dürfte. Der Name leitet sich von den ungewöhnlich großen Beeren ab. Die beiden anderen Varianten dieser Sorte, einerseits der Edelvernatsch ( Schiava Gentile), andererseits der Tschaggele haben wesentlich kleinere Beeren und erbringen eine wesentlich bessere Weinqualität.

Lemberger ist die deutsche Bezeichnung des Limbergers, oder genauer gesagt, Blauen Limbergers. In Österreich heißt die Sorte "Blaufränkisch" und spielt auch dort die größte Rolle. In Bulgarien heißt der Lemberger Gamé. Aufgrund des Charakters glaubte man dort lange, dass es sich beim Lemberger um einen Gamay handelt. Im Ungarischen trägt er den Namen Kékfrankos, in Tschechien und der Slowakei Frankoka, im Friaul Frankonia.

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Schwarzriesling

Der Schwarzriesling stammt vermutlich aus dem Burgund. In Frankreich wird er als Pinot Meunier bezeichnet. Der Name bedeutet Müller und bezieht sich auf die stark behaarte Unterseite der Rebe, die aussehen, als seien sie mit Mehl bestäubt worden. In dieser Richtung zielt auch die weitere deutsche Bezeichnung als Müllerrebe. Mit dem Riesling ist der Schwarzriesling nicht näher miteinander verwandt als alle Vinifera Sorten untereinander. Vielmehr gehört der Schwarzriesling zur großen Pinotfamilie.

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Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon gilt als der König unter den roten Rebsorten und nimmt damit den gleichen Platz ein, der dem Chardonnay unter den weißen Rebsorten zukommt. Es gibt keine Weinbauregion in der Welt, in der der Cabernet Sauvignon nicht zu finden ist, außer die klimatischen Bedingungen verhindern den Anbau. Der größte Vorteil des CS ist die ungebrochene Individualität. Egal wie der Weinberg, die Traube und der Jungwein im Keller behandelt wird, der CS behält unter nahezu allen Umständen seine Sortencharakteristik und ist unter allen Rotweinen am leichtesten zu identifizieren. Trotzdem vermag es die Herkunft immer noch entscheidende Merkmale in den Wein zu legen.

Der Merlot ist eine hochwertige Rotweinsorte, die aus dem Bordeaux stammt. Im Weinberg ist er kein unkomplizierter Pflegling: er treibt relativ früh aus und ist daher frostgefährdet, was verheerende Folgen haben kann (z.B. 1991). Der Hang zum Verrieseln ist groß (1984 - anhaltend nasskaltes Wetter im Juni ruinierte beinahe die gesamte Merlot-Ernte im Médoc). Der Merlot ist recht anfällig für Pilzerkrankungen, weshalb die Weinberge relativ häufig gespritzt werden müssen.

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Cabernet Franc

Der Cabernet Franc gilt als der kleine Bruder des Cabernet Sauvignon, wobei der ein hinauszieht und die Welt erobert und der andere zu Hause bleibt und ein bescheidenes aber erfolgreiches Dasein fristet. Selbst im Médoc hat er einen Flächenanteil von 15%, insbesondere in St.-Émilion bestehen einige der großartigsten Weine aus ihm. So liegt der Anteil des Cabernet Franc in 1er Grand Cru Classé Chateau Canon bei 40%. Seit dem 18. Jhdt. ist der Anbau nachgewiesen. Aufgrund der äußerlichen Ähnlichkeit gehen die Ampelographen davon aus, dass es sich um eine Mutation des Cabernet Sauvignon handelt.

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