Chardonnay

Der Chardonnay

Name

In Italien kennt man den Ch als "Chardonizzazione". Ursprünglich war er dort nirgends für die Erzeugung von DOC-Weinen zugelassen. Da auch die Macher der italienischen Weingesetze durch die Entwicklung der Super - Toskaner dazugelernt haben, erfolgte nun die Zulassung einiger Gebiete wie Südtirol, Piemont und Trentino.

In Österreich, vor allem in der Steiermark kennt man den Chardonnay als Morillon, teilweise auch im Chablis.

Aussehen

Der Chardonnay ist eine Rebe mit hoher Wuchskraft. Damit die Trauben nicht zuwuchern sind Laubauslichtungsmaßnahmen erforderlich. Die grünen Beeren wachsen oft ungleichmäßig, bei einigen Klonen ist auch schon ein Hang zur Zwergwüchsigkeit beobachtet worden - Winzer, die auf hohe Qualität ausgerichtet sind und dafür auf große Mengen verzichten, wissen dies zu schätzen. Die Blätter sind 4-5läpprig, die Trauben üppig. Die Weine sind je nach Herkunft blassgelb bis bernsteinfarben.

Anbau

Der Ch ist weltweit vertreten. Bestens gedeiht er in den nördlichen Weinbergen Frankreichs unter den kühlen Bedingungen des Chablis und der Champagne, ebenso jedoch in den heißesten Gegenden Australiens und Argentiniens, wo er auf Bewässerung angewiesen ist.

Die bedeutendsten Gebiete sind das Burgund, wie bereits erwähnt Chablis und Champagne (zugelassen für die Champagner Produktion, neben Pinot Noir und Pinot Meunier), die gesamte Neue Welt, Südsteiermark, Südtirol… Übertroffen werden die französischen Bestände jedoch noch von den kalifornischen. Fast die Hälfte der Weißweinflächen (30.000 ha) sind mit Ch bestockt.

In Argentinien, Chile und Südafrika kommt der Anbau nur schleppend voran. Diese Länder zu heiß, die Bewässerung funktioniert nur schleppend - es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis auch von dort Weine im "New World Style" zu uns geschwemmt werden.

In Deutschland spielt der Ch noch keine große Rolle. Hier kann er weder in Qualität noch in puncto Ertrag (max. 70 Hektoliter pro ha) mit dem Riesling konkurrieren. Die Zulassung erfolgte hier übrigens erst 1991

Klima

Bei kühlem, nassem Wetter in der Blütezeit, neigt der Chardonnay stark zum Verrieseln, was die Erträge schmälern, jedoch die Qualität steigern kann. Empfindlich wird er erst gegen Ende der Vegetationsperiode, wenn seine Reifezeit begonnen hat, sind die Beeren dünnhäutig und bei stärkerem Regen zur Lesezeit anfällig für Graufäule. Das macht gerade beim Ch. die Wahl des richtigen Zeitpunkt für die Lesezeit wichtig.

Boden

Der Ch ist anspruchslos und findet sich auf allen Böden zurecht.

Geschmack

Da der Ch über die ganze Welt hinweg verteilt ist, bringt er naturgemäß auch die verschiedensten Weinstile zum Vorschein. Gemein ist ihnen nur das freundliche und unkomplizierte Wesen (zu Unrecht nennt man den Chardonnay "Frauenwein"), das auch ungeübte Weintrinker einen schnellen Zugang zu dieser Rebsorte finden lässt. Darin liegt auch das Geheimnis der unglaublichen Erfolgsgeschichte dieses Weltmeisters der Weißweine.

Die Duftpalette ist groß: Bei Weinen aus kargeren Gegenden bei früher Ernte erkennt man einen nicht ganz reifen Apfel, bei anderen Weinen wiederum die vollreife Stachelbeere, Melonen, Bananen bis hin zu exotischen Früchten.

Ch mit besonderen Muskataromen nennt man Chardonnay Musqué. Die Mutation Chardonnay Rosé trägt rosafarbene Beeren.

Ch-Weine sind meist körper-, extrakt- und alkoholreich und sind stoffig und nachhaltig. Weißweinsorten für GSII: Chenin blanc, Grüner Veltliner, Weisser Burgunder, Sauvignon blanc