Lemberger

Anbau

Die genaue Herkunft der Lemberger-Traube ist heute nicht mehr zu klären, sie hat aber wahrscheinlich ihren Ursprung in den Weingärten am mittleren Donaulauf. Die Sorte treibt früh aus und liefert zuverlässig wirtschaftliche Erträge, reift allerdings sehr spät.

Der Lemberger ist im Weinberg eine nicht besonders anspruchsvolle Sorte, gilt als resistent und nicht besonders krankheitsanfällig.

Die Rebe neigt allerdings zum Wuchern, was umfangreiche Laubauslichtungsmaßnahmen zur Folge hat.

In Deutschland sind gut 1100 ha mit dem Lemberger bestockt, nur rund 50 ha liegen außerhalb Württembergs.

Der Trollinger wird sortenrein ausgebaut, oft auch mit blauem Spätburgunder verschnitten. In Österreich steht der Blaufränkisch mit einer Ertragsfläche von etwa 2700 ha auf dem dritten Platz des Sortenspiegels. 95% davon liegen im Burgenland, weshalb dieses Anbaugebiet als Blaufränkisch-Land bezeichnet wird.

Klima

Da die Trauben sehr spät reifen, ist der Lemberger für weiter nördlich gelegene Gebiete ungeeignet. Ideale Bedingungen findet der Lemberger im panonisch-kontinentalen Klima, wo die langen, trockenen Sommer für hervorragende Traubenqualität sorgen.

Boden

Lehmige, tiefgründige und schwere Böden helfen dem Lemberger über den trockenen Sommer. Besonders gute Ergebnisse erzielt man mit alten Rebstöcken, die gerade im Burgenland oft älter als 80 Jahre sind. Diese Stöcke tragen nur noch geringe Erträge, bringen aber hochwertiges Traubengut mit unerhört konzentrierter Frucht hervor. Vergleichbar gute Weine kommen noch aus dem ungarischen Weinbaugebiet Sopron. Als Frankovka wird der Lemberger in Tschechien und der Slowakei angebaut. Im Nordostitalienisches Friaul wird aus ihm unter dem Namen Frankonia ein fruchtiger, leichter Rotwein erzeugt.

Geschmack

Lemberger Weine zeigen oftmals ein verhaltenes bis kräftiges Aromabild, das mit dem Duft von Brombeeren, Süß- oder Sauerkirschen, Johannisbeeren, Stachelbeeren, oft auch Hollunder und Kakao beschrieben wird. Je nach Qualität zeigt sich der Lemberger fruchtig-leicht bis konzentriert-gerbstoffbetont und oft mit einem langanhaltenden Abgang. Eine stabile Säurestruktur und hohe Tanninwerte verleihen den besten Weinen eine gute Haltbarkeit. Der Lemberger eignet sich gut zum Ausbau in Barriques, wo er dann Rotweine von internationalem Format erbringt.