Müller-Thurgau
Der Name
Der MT wurde 1913 nach seinem "Erfinder" benannt, nachdem Prof. Müller an die Forschungsanstalt Wädenswil (CH) wechselte und dort den MT weiterentwickelte.
Aussehen
Das Blatt ist mittelgroß und meist siebenlappig; die Trauben sind locker bis dichtbeerig; die Beeren sind mittelgroß, besitzen eine dünne Schale und ein deutliches Muskataroma. Das Holz ist relativ weich, was den Wein frostanfällig macht.
Anbau
Aufgrund der zuverlässigen, frühen Reife, entwickelte sich der MT nach dem 2. Weltkrieg rasch zu einer der meistverbreitetsten Sorten. In den 1970ern und 1980ern war der MT sogar die häufigste Rebsorte im Sortiment der deutschen Winzer, 1990 wurde er vom Riesling wieder auf den 2. Platz verwiesen.
20.000 ha Rebfläche und somit ein Fünftel der gesamten Deutschen Rebfläche steht unter MT. Davon entfallen allein 5600 ha auf Rheinhessen wo sie das Rückgrat der exportorientierten deutschen Liebfrauenmilch-Industrie bildet. In Sachsen und Saale-Unstrut ist der MT die häufigste Rebsorte. Große Bedeutung hat der MT auch in Österreich, wo er vor allem in der Südoststeiermark und im Kamptal angebaut wird.
Den Müller Thurgau kennt man auch unter Riesling Sylvaner und Rivaner.
Besonders interessant sind MT-Weine aus der Bodenseeregion.
Das Klima
Die Anforderungen sind hier ähnlich wie beim Riesling, wobei der MT etwas toleranter ist.
Der Boden
Rebe stellt geringe Ansprüche an Lage und Boden, gedeiht jedoch am besten auf tiefgründigen, wasserspeichernden Böden.
Geschmack
Der MT bringt leichte, fruchtige Weine mit blumigen und feinen Muskataromen. Er hat wesentlich weniger Säure, man sollte ihn nie lange lagern, da er von seinem spritzigen Charme und der jugendlichen Frische lebt. Selbst die seltenen Prädikatsweine sollten innerhalb von 5 Jahren ausgetrunken sein.
Man vergärt den MT am besten im Edelstahltank, da er dort die Frische und Aromen am Besten konserviert.
Die Weine sind blass bis hellgelb , moderat im Alkoholgehalt, weich, süffig und unkompliziert.