Vitis Vinifera
700 Spezies) und zwar der Vitis (es gibt ca. 60 Spezies). Ihnen ist gemeinsam, dass es sich um eine schnellwachsende Kletterpflanze ohne einen eigenen Stamm handelt. Ihre Ranken sitzen jedoch nicht an den Blättern (wie bei anderen Kletterpflanzen) sondern an den Sprossen. Die meisten Vitis Pflanzen kommen in Nordamerika und Asien vor.
Für den Weinbau bedeutend ist die
Vitis Vinifera (die Weinbringende)
1735 erstmals beschrieben von Linné die Urform Vitis Vinifera Silvestris kommt aus dem kaukasischen Raum und wurde von den Hochkulturen des Orients und des östlichen Mittelmeerraums domestiziert. Wurde erst von den Phöniziern, dass von den Griechen nach Westeuropa gebracht und dann von den Römern in ganz Europa verbreitet, sofern klimatisch möglich.
Durch die Domestikation hat sich die Traube auch physiognomisch stark verändert. Dies betrifft besonders die Kerne, deren Anteil von 80% des Traubenguts auf 10% reduziert worden. Durch Züchtung, Mutation, Selektion und natürliche Anpassung im Laufe der Jahrtausende rund 10.000 verschiedene stabile Ausformungen der Vitis Vinifera entstanden, die Rebsorten.
Alle Gattungen sind miteinander beliebig kreuzbar, das Resultat ist immer eine einzigartige, fortpflanzungsfähige Sorte.
Viele Sorten, vor allem große fleischige oder kleine kernlose, eignen sich nicht zur Weinproduktion und werden als Tafeltrauben zum Verzehr angeboten oder getrocknet als Rosinen verkauft. In Kalifornien z. B. ist die Rosinenproduktion ebenso von wirtschaftlicher Bedeutung, wie der Weinbau.
Für den Weinbau von Bedeutung sind trotzdem "nur" mehrere hundert Sorten, allein in Frankreich sind es weit mehr als 200, darunter die Weltstars wie Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay und Sauvignon blanc.
Die Bezeichnung der Trauben richtet sich in der Regel nach der Traubenfarbe (Blauer Spätburgunder, Grauer Burgunder, Grüner Silvaner im Deutschen bzw. Pinot Noir, Sauvignon blanc oder noch ausführlicher beim Gamay Noir á Jus Blanc. Ab und zu dienen auch Form oder Größe der Trauben als Unterscheidungsmerkmal (Muscat Blanc á Petit Grains - der kleinbeerige weiße Muskateller).
Die größte Zäsur in der Geschichte der Vitis Vinifera stellte zweifelsfrei die große Reblauskatastrophe in der zweiten Hälfte des 19 Jahrhunderts dar. Der Wurzelstock war gegen das aus Amerika eingeschleppte Insekt nicht resistent, ganze Bestände und Weinberge wurden vernichtet, später fiel die Reblaus auch über die Bestände der Neuen Welt her und vernichtete auch hier den Weinbau fast vollständig.
Resistent dagegen war die amerikanische Sorte
Vitis Labrusca
Sie konnte die Bissstellen der Reblaus schnell vernarben und nahm deshalb keinen Schaden. Allerdings entsprach der Wein der Vitis Labrusca überhaupt nicht der gewohnten Qualität der Vitis Vinifera, weshalb schnell an Hybridreben geforscht wurde.
"Erlösung" brachte erst das Pfropfen, jedoch ist die Reblaus nach wie vor der größte Feind des Weinbaus!
Klonenselektion
ist die wichtigste Methode zur Steigerung der Weinqualität. Die Klone (Stecklinge) von besonders guten und gesunden Mutterreben werden bewurzelt (bei Unterlagsreben) oder als Edelreiser auf die Unterlagsreben aufgepfropft.